Migrationsnetzwerk Schwentinental

--- hat in der Zeit von 2016 bis Anfang 2020 die Stadt Schwentinental und das Ehrenamtsbüro bei der Flüchtlingsarbeit und der Integration der Flüchtling großartig unterstützt.

Hier sind ein paar Rückblicke:


Presseinformation des Fördervereins Ehrenamt e.V. zur Gründungsveranstaltung „Migrationsnetzwerk Schwentinental“ am 29. Februar 2016

„Die Integration von Flüchtlingen in Schwentinental ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der wir mit der Gründung des „Migrationsnetzwerk Schwentinental“ auf breiter gesellschaftlicher Basis begegnen möchten. Wir würden uns freuen, in diesem Netzwerk alle gesellschaftlich relevanten Organisationen, wie das Ehrenamt mit seinen Vereinen und Verbänden, die Stadt, Politik, Behörden, die Wirtschaft, aber auch interessierte Bürgerinnen und Bürger zusammen zu bringen mit dem Ziel, die Integration unserer Flüchtlinge zügig, umfassend und nachhaltig zu erreichen“, so Kirsten Stremlau, 1. Vorsitzende des Fördervereins Ehrenamt e.V.

  • Die Initiative für die Gründung des Migrationsnetzwerk Schwentinental“ ging vom Förderverein Ehrenamt e.V. aus. Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Ehrenamtsbüro der Stadt Schwentinental.

Grundlage der Initiative war, dass es Ziel und Zweck des Fördervereins Ehrenamt e.V. ist, die ehrenamtlichen Vereine und Verbände zu unterstützen und fördern finanziell und strukturell. Finanziell geschieht dies durch die gezielte Weiterreichung von Spendengeldern.

  • Eine strukturelle Förderung durch den Förderverein Ehrenamt e.V. ist dann erforderlich und angebracht, wenn Herausforderungen anstehen, die eine übergreifende Zusammenarbeit und ein abgestimmtes Vorgehen erforderlich machen, wie jetzt z.B. die Integration von Flüchtlingen in unserer Stadt.

Dies kann keine ehrenamtliche Organisation alleine schaffen. Bei diesem Thema ist eine temporäre enge Vernetzung aller Akteure angezeigt und ein regelmäßiger Austausch mit anderen Ehrenamtlichen, um Lösungen für aktuelle Probleme zu finden, aber auch um emotionalen Rückhalt zu erhalten.

  • Wir haben deshalb beschlossen, ein Netzwerk zu gründen, in dem sich alle an der Flüchtlingsintegration Beteiligten  zusammenschließen und ihre Aktivitäten koordinieren und weiterentwickeln. Unser Beitrag als Förderverein ist dabei, die Organisation des Netzwerks und der Netzwerkarbeit, die aktive Unterstützung der Netzwerkarbeit und die Steuerung der Aktivitäten.
     
  • Bei dieser Art der Förderung des Ehrenamts stimmen wir mit den Interessen des Ehrenamtsbüros der Stadt Schwentinental vollständig überein, weswegen wir uns entschlossen haben, dieses Projekt gemeinsam durchzuführen.

„Nach der Aufnahme und Versorgung geht es jetzt darum, dauerhafte und tragfähige Perspektiven zu schaffen. Jeder, der bleiben will und darf, muss die Möglichkeit haben, zu einem Teil der Gesellschaft zu werden,“ so Kirsten Stremlau weiter, „Wir wollen unsere Flüchtlinge dabei umfassend unterstützen, erwarten aber auch von ihnen, dass sie diesen Weg mit uns gehen und sich ihrerseits aktiv um Integration bemühen.“

  • Vollständige Integration bedeutet für uns, dass ein Geflüchteter eine angemessene Unterbringung, i.d.R. eine Wohnung, hat, die deutsche Sprache in Wort und Schrift soweit beherrscht, dass alles verstanden und geäußert werden kann, er eine Arbeit hat oder Ausbildung absolviert, er seinen Lebensunterhalt selbst verdient, das deutsche Recht sowie die gesellschaftlichen Regeln, Werte und Normen kennt und akzeptiert, in das gesellschaftliche Leben eingebunden ist, soweit dies gewünscht ist und dass er hier Freunde und Bekannte hat. Das Gleiche gilt natürlich auch für Frauen und Kinder.

Es ist daher von zentraler Bedeutung, dass alle eng zusammenarbeiten, um das bestmögliche Ergebnis zu erreichen. Es gilt, gute Vernetzungs- und Austauschmöglichkeiten zu schaffen, damit gute Lösungen skaliert und weiterentwickelt werden können. Dies soll durch dieses Netzwerk ermöglicht werden. Es soll eine gemeinsame Plattform des Austausches geschaffen werden, in der das Ehrenamt mit einer Stimme seine Forderungen und Wünsche, aber auch seine Angebote platzieren kann.

Wir müssen das Rad nicht immer neu erfinden, umso wichtiger ist eine Transparenz über die einzelnen Institutionen und deren Aktivitäten und Erfahrungen sind ein wichtiger Baustein. Es ließe sich viel Zeit sparen, wenn die besten Ansätze für die Herausforderungen gebündelt würden. Dies soll in Form eines Steuerungskreises stattfinden.

Vor diesem Hintergrund wird das Netzwerk durch einen Steuerungskreis geleitet, der das „Sprachrohr“ für alle ehrenamtlichen Initiativen sein wird. Wichtig ist dabei, dass auch die Flüchtlinge, als Objekt der Aktivitäten, vor allem aber auch als wichtiger Schritt zur aktiven Teilhabe in diesem Steuerungskreis vertreten sind.

  • Denn Integration ist keine Einbahnstraße. Die konkrete Einbeziehung „unserer“ Flüchtlinge in die Integrationsarbeit soll auch ein Signal sein, dass auch die Flüchtlinge sich aktiv um ihre Integration bemühen müssen. Unser Ziel ist es miteinander zu leben, nicht nebeneinander.
  • Die inhaltliche Arbeit des Netzwerks findet in zunächst 4 Arbeitskreisen statt:
  1. Arbeitskreis Sprache, Bildung, Gesellschaft
  2. Arbeitskreis Gesundheit und Sport
  3. Arbeitskreis Schule, Ausbildung und Arbeit
  4. Arbeitskreis Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

 In diesen Arbeitskreisen finden sich interessierte Schwentinentaler Bürger/innen zusammen, die bereits aktiv tätig sind oder es (für dieses Projekt) werden wollen. Geleitet werden diese Arbeitskreise zunächst von Mitgliedern des Fördervereins Ehrenamt e.V. Das muss aber nicht so bleiben.

Die Arbeitskreise werden je nach Thema die vorhandenen Angebote erheben (Transparenz) und überlegen, ob diese Angebote ausreichen. Werden sie gut angenommen? Wenn nein, woran liegt das? Wo gibt es noch Probleme? Dann wird man schauen: Wo wollen wir eigentlich hin, was wollen wir erreichen und wir kommen wir dahin? Es werden dann neue Angebote entwickelt oder bestehende fortentwickelt.

Beispiel Sprache: Reichen die vorhandenen Sprachangebote aus? Welche weiteren Möglichkeiten für einen zügigen Spracherwerb können wir anbieten? Z.B. online-Sprachkurse, Sprechtrainings, Kommunikationstreffen, Sprach-apps oder ähnliches.

Beispiel Integration in die Gesellschaft: Brauchen wir Fachvorträge zum deutschen Recht (Grundrechte), Bildungssystem, Gesundheitssystem, Werte und Normen? Oder reicht das Kennenlernen durch Begegnung aus?

Beispiel Arbeit und Ausbildung? Woran scheitert bisher die Arbeitsaufnahme? Wie kann das Ehrenamt noch besser mit den zuständigen öffentlichen Stellen zusammenarbeiten? Wie kann man sich gegenseitig unterstützen? Welche Hilfsangebote (z.B. Coaching) könnten wir nach einer Arbeitsaufnahme anbieten? Wie können wir Jugendliche während ihrer Ausbildung unterstützen, damit sie z.B. die Berufsschule schaffen? Können wir bei der Suche nach Praktikumsstellen behilflich sein? Wie können wir noch besser mit den lokalen Arbeitgebern zusammen arbeiten?

  • Fakt ist, die Aufgabe – Integration von Flüchtlingen – ist zu groß und zu wichtig, um mit bloßer Hilfsbereitschaft erledigt zu werden. Wir brauchen hier bessere Strukturen, gerade wenn noch mehr kommen, und wir brauchen eine breite Unterstützung in der Bevölkerung.
  • Deshalb wollen wir neben den bereits Aktiven auch neue Bürgerinnen und Bürger für die Mitarbeit in diesen Arbeitsgruppen gewinnen. Wir können jedes Know-How gebrauchen, das wir bekommen können. Außerdem möchten wir auch den Bürgerinnen und Bürgern eine Möglichkeit bieten, sich aktiv einzubringen, die aus persönlichen Gründen ein längerfristiges Engagement in einem Verein zurzeit nicht möchten. Denen aber genau dieses Thema am Herzen liegt und die wir sonst nicht erreichen würden.

Wir werden mit 4 Arbeitsgruppen starten:

  1. Sprache, Bildung, Gesellschaft: Ansprechpartner sind Heidrun und Hans-Peter Clausen sowie Sabine Hansen. Das erste Treffen findet am 10.03.2016 in der Räucherkate in Raisdorf statt.
     
  2. Gesundheit und Sport: Ansprechpartner sind Sabine Sindt und Sigrid Zarling. Das erste Treffen findet am 7.3.2016 in der Räucherkate in Raisdorf statt.
     
  3. Schule, Ausbildung und Arbeit: Ansprechpartner sind Peter Dose und Holger Malteser. Das erste Treffen findet am 14.3.2016 in der Räucherkate in Raisdorf statt.
     
  4. Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit: Ansprechpartner sind Jörg Burckhardt und Thorsten Schmidt. Das erste Treffen findet am 9.3.2016 in der Räucherkate in Raisdorf statt.

Wichtig ist uns aber auch, dass wir die Flüchtlinge selbst aktiv in diese Arbeit mit einbinden, sofern sie Interesse daran haben. Wir wollen die Integration auch praktizieren und nicht nur darüber reden.

Kirsten Stremlau
1.Vorsitzende
Förderverein Ehrenamt

Gründungsversammlung

Ansprache von Kirsten Stremlau,
1. Vorsitzende Förderverein Ehrenamt e.V., Schwentinental

Liebe Anwesende,

bestimmt haben Sie sich, als Sie die Einladung erhalten haben, gefragt: Migrationsnetzwerk Schwentinental? Was soll denn das sein? Noch ein neuer Verein? Wozu ist das gut? Wie soll mich das unterstützen und warum sollte ich mich dem anschließen??

Nein, wir wollen heute Abend keinen neuen Verein gründen. Da kann ich Sie beruhigen.

Sie alle, Verwaltung, Behörden, Politik, Kirche und allen voran die Ehrenamtler haben in den letzten Monaten unglaublich viel geleistet, um den Flüchtlingen, die zu uns gekommen sind, das Ankommen zu erleichtern. Sie haben Ihnen Wohnungen oder zumindest ordentliche Unterkünfte besorgt, sie mit Informationen versorgt und sich um ihre Sorgen und Probleme gekümmert. Sie haben sich als Sprachpaten zur Verfügung gestellt und weit mehr als die deutsche Sprache vermittelt, nämlich Freundschaft und Mitgefühl. Mit der Kleiderkammer, Fahrten zur Preetzer Tafel, offenen Armen bei den Sportvereinen, der Feuerwehr, der Bücherei und vielen anderen Aktivitäten, wie zum Beispiel Festen und Veranstaltungen haben Sie den bei uns Angekommenen gezeigt, dass sie willkommen sind und nicht allein dastehen. Das war großartig.

Dafür möchte Ihnen meinen höchsten Respekt zollen. Ich bewundere zutiefst, was sie alle für die Integration der Flüchtlinge in unserer Stadt bereits geleistet haben und noch zu leisten bereit sind. 

Wir als Förderverein Ehrenamt haben uns angesichts dieser beeindruckenden Leistung gefragt, wie wir sie bei dieser großen Aufgabe am besten unterstützen können. Schnell war uns klar, dass es nur mit finanzieller Unterstützung nicht getan ist und wir einen anderen Ansatz wählen müssen.

Wir haben uns daher zunächst gefragt, was bedeutet Integration eigentlich?

Und wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Integration aus unserer Sicht bedeutet, dass ein Mensch hier bei uns selbstbestimmt und in Würde leben kann.

Dazu gehören eine angemessene Unterbringung, die Beherrschung der deutschen Sprache, die Möglichkeit, selbst für den Lebensunterhalt sorgen zu können, also Arbeit oder Ausbildung, die Integration in die Gesellschaft, Freunde und Bekannte und das Kennen und Akzeptieren unserer Gesetze, Regeln und Gewohnheiten.

Integriert ist jemand, wenn er nicht mehr als fremd oder gar als Belastung wahrgenommen wird. Das muss unser Ziel sein.

Schnell war uns klar, dass dies keine einzelne Organisation allein leisten kann.

Bei so einer großen und umfassenden Aufgabe ist eine temporäre enge Vernetzung aller Akteure, eine übergreifende Zusammenarbeit, ein regelmäßiger Austausch und ein abgestimmtes Vorgehen unbedingt erforderlich.

Nur zusammen können wir Lösungen für die anstehenden Probleme finden. Und zusammen schaffen wir das auch!

Wir als Förderverein Ehrenamt haben uns daher gemeinsam mit dem Ehrenamtsbüro Schwentinental entschlossen, dieser Zusammenarbeit eine Grundlage und eine Struktur zu geben.

Die Integration von Flüchtlingen in Schwentinental ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der wir mit der Gründung dieses „Migrationsnetzwerk Schwentinental“ auf breiter gesellschaftlicher Basis begegnen möchten.

Wir würden uns freuen, in diesem Netzwerk alle gesellschaftlich relevanten Organisationen, wie das Ehrenamt mit seinen Vereinen und Verbänden, die Stadt, Politik, Behörden, die Wirtschaft, aber auch interessierte Bürgerinnen und Bürger zusammen zu bringen mit dem Ziel, die Integration unserer Flüchtlinge zügig, umfassend und nachhaltig zu erreichen.

Dieses Netzwerk ist also kein neuer Verein, sondern eine Absichtserklärung – oder verbindlicher gesagt, ein Versprechen, dass wir uns gegenseitig geben.

Alle Netzwerkmitglieder versprechen sich, sich gegenseitig bei dieser großen Aufgabe, der zügigen und vollständigen Integration unserer Flüchtlinge, zu unterstützen und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.

Nach der Aufnahme und Versorgung der Flüchtlinge geht es jetzt darum, dauerhafte und tragfähige Perspektiven zu schaffen.

Jeder, der bleiben will und darf, muss die Möglichkeit haben, zu einem Teil unserer Gesellschaft zu werden. Wir wollen unsere Flüchtlinge dabei umfassend unterstützen, erwarten aber auch von ihnen, dass sie diesen Weg gemeinsam mit uns uns gehen und sich ihrerseits aktiv um ihre Integration bemühen.

Denn Integration ist keine Einbahnstraße.

Die konkrete Einbeziehung „unserer“ Flüchtlinge in die Integrationsarbeit soll auch ein Signal sein, dass auch die Flüchtlinge sich aktiv um ihre Integration bemühen müssen. Unser Ziel ist es miteinander zu leben, nicht nebeneinander.

Was haben wir nun vor?

Das Migrationsnetzwerk Schwentinental, das wir heute hier gründen möchten, ist ein freiwilliger, temporärer Zusammenschluss aller an der Integration beteiligen Organisationen mit dem alleinigen Zweck und Ziel, die Flüchtlinge in unserer Stadt zügig und nachhaltig zu integrieren.

Winston Churchill hat einmal gesagt: „Es ist sinnlos zu sagen: Wir tun unser Bestes. Es muss dir gelingen, das zu tun, was erforderlich ist.“

Daher bilden wir zunächst vier Arbeitsgruppen, die sich später noch einmal ausführlicher vorstellen werden. Diese Arbeitsgruppen werden sich intensiv mit den Themen Sprache, Gesellschaft und Kultur, Gesundheit und Sport, Schule, Ausbildung und Arbeit sowie Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit beschäftigen.

Sie werden die vorhandenen Angebote sichten und weiterentwickeln, wo das notwendig ist, sie werden Konzepte entwickeln und neue Projekte ins Leben rufen. Und sie werden die Zusammenarbeit der beteiligten Akteure intensivieren. Diese Arbeitsgruppen stehen allen offen.

Das heißt, dass nicht nur die Anwesenden sich an ihnen beteiligen dürfen und sollen, sondern auch weitere Vereinsmitglieder und vor allem auch interessierte Bürgerinnen und Bürger, die sich bisher noch nicht ehrenamtlich engagiert haben oder in Bereichen, die mit Flüchtlingen nichts zu tun haben.

Wir hoffen, über diese Projektarbeit neue Menschen mittelfristig fürs Ehrenamt zu gewinnen oder zumindest das Projekt auf eine breite gesellschaftliche Basis zu stellen.

Der Austausch von Erfahrungen und das Einbringen von individuellen Kompetenzen werden den Erfolg dieser Arbeitsgruppen entscheidend beeinflussen. Ich finde, dass es schon jetzt ein schöner Effekt ist, dass wir über den Flüchtlingsstrom wieder mehr miteinander ins Gespräch kommen. Wir teilen uns unsere Sorgen, Ängste, aber auch vielen positiven Erlebnisse mit.

Man staunt, was in Deutschland doch alles möglich ist. Schnell werden effektive und unbürokratische Lösungen gesucht und gefunden.

Auch hier in Schwentinental ist es gelungen, binnen weniger Wochen und Monate Hilfsangebote aufzubauen und einzurichten. Dies gilt es nun fortzusetzen.

Kommunikation ist in dieser Zeit das Wichtigste. Wir werden uns deshalb in einem Arbeitskreis auch intensiv mit dem Thema Kommunikation auseinandersetzen. Wir werden Meinungen aufgreifen und schauen, ob es sich um Vorurteile handelt oder ob eine intensive und konstruktive Auseinandersetzung erforderlich ist und diese dann ggf. auch anstoßen.

Es gibt viel zu tun und ich freue mich, dass wir heute Abend einen weiteren großen Schritt gehen.

Wir können es gemeinsam schaffen und wo sollte gelingen, wenn nicht hier, in dieser so großartig engagierten Stadt! 

Also: Machen Sie mit! Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!

Berufs- und Ausbildungsmesse in Schwentinental

Einen solchen Ansturm hat das Rathaus in Schwentinental lange nicht mehr erlebt. Über 250 Interessierte besuchten die Berufs- und Ausbildungsmesse am Mittwoch im Ratssaal. Eingeladen waren Schulabgänger, Arbeitssuchende und Flüchtlinge. Sie nutzten die Chance, sich bei den Betrieben aus Schwentinental über Arbeits- und Ausbildungsangebote zu informieren.

Feste feiern in Schwentinental: Mitmachen und dazu gehören!

Es war schon seit ein paar Wochen im Speicher des Smartphones  vergraben, aber jetzt tauchte dies Bild doch wieder auf. Aufgenommen wurde es auf dem Dorfplatz im Ortsteil Raisdorf anlässlich des dortigen Volksfestes am 16. Juli.

Trotz des nicht so guten Wetters  nahmen viel Bürgerinnen und Bürger teil. Sehr schön auch die Beteiligung vieler Vereine und Verbände am Programm und am kulinarischen Angebot. Besonders schön aber die Teilnahme von Migranten, vor allem ganze Familien. Überhaupt keine Berührungsängste hatten wie Immer die Kinder. So tanzten, wie hier auf den Bild, Kinder aller Herren Länder vergnügt mit- und durcheinander. Ein schönes Bild gab das ab und noch dazu ein positives.

Volker Sindt

Fern der Heimat gut aufgenommen

Ein Beispiel erfolgreicher Integration in Schwentinental

Dieser grau-winterliche Tag war alles andere als einladend. Auf dem Weg zum Alten-und Pflegeheim St. Anna dachten wir darüber nach, wie sich wohl Menschen an solchen Tagen fühlen müssen, die ihre Heimat unfreiwillig verlassen mussten. Freudlos der Himmel und düster die Aussichten?

Wir hatten ein Treffen mit Moritz Wahl, dem Chef dieses großen Alten-und Pflegeheimes des Deutschen Ordens vereinbart. Über zwei Praktikanten wollten wir berichten, die seit einiger Zeit in seinem Haus tätig sind, ein Erfolg des Migrationsnetzwerks Schwentinental.  Eines jener Dinge, die sich häufig eher im Verborgenen abspielen.

Praktikanten sind für sich genommen im Hause St. Anna nichts Ungewöhnliches. Um die 20 sind es durchweg übers Jahr. Hinzu kommen noch inzwischen 14 Ausbildungsplätze. Das Besondere, und deswegen waren wir dort, ist die Anzahl von Praktikanten mit Migrationshintergrund. Sechs sind es inzwischen, die in dieser großen sozialen Einrichtung mit insgesamt 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ihren Dienst tun. 

In dem Büro des Chefs treffen wir an: Ihn selbst, Mustafa Aljomae aus Syrien und Shahab Kashan, letzterer vor rund vier Jahren aus dem Iran ausgereist. Der vierzigjährige Familienvater lebt schon etwas länger in Schwentinental und ist inzwischen stolzes Mitglied der Feuerwehr des Ortsteils Raisdorf. Dort fühlt er sich gut aufgehoben und von allen akzeptiert. Seine Mutter lebt noch im Iran, doch an eine Rückkehr sei, so sagt er, aus politischen Gründen nicht zu denken.

Der 18-jährige Mustafa hat noch nicht ganz so viel Schwentinental-Erfahrung. Aber er spricht dafür ein schon sehr gutes Deutsch. Seit Sommer ist er hier im Pflegeheim tätig.  Erst im Rahmen eines der bereits erwähnten Praktika und jetzt als Altenpflegehelfer. Anfangs hatte er gar nicht so rechte Neigung zu dem Beruf, jedoch gab das Praktikum den Ausschlag, in diesem Hause eine Ausbildung zu beginnen. 23 Tage dauerte seine Flucht aus Syrien, wo seine Eltern immer noch in einem Vorort von Damaskus leben. Gelegentlich gibt es Kontakt, vorausgesetzt, die Stromversorgung funktioniert dort. Ziemlich viel sei kaputt, berichtet Mustafa Aljomae. Seine sonst auffällige Heiterkeit klingt dabei merklich ab.

Unsere drei Gesprächspartner machen insgesamt einen zufriedenen, heiteren Eindruck. Auch Moritz Wahl freut sich über dieses Beispiel gelungener Integration. In dem nicht immer einfachen Beruf des Altenpflegers gibt es bekanntlich erheblich Nachwuchsmangel. Seine beiden Schützlinge werden von den Bewohnerinnen und Bewohner ausnahmslos wohlwollend und freundlich akzeptiert. Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es eben heraus. Unsere Frage, wie es ihnen in diesem Hause und mit dieser Arbeit gefällt, beantworten beide schon fast echt schleswig-holsteinisch, nämlich kurz und bündig: Alles gut!  

Kirsten Stremlau, als Vorsitzende des Fördervereins Ehrenamt in Schwentinental Mitinitiatorin des Migrationsnetzwerks Schwentinental ist Moritz Wahl sehr dankbar dafür, dass sich im Hause St.Anna so gute berufliche Ansätze auch für Migranten bieten. Damit könne ein wichtiger Grundstein für eine funktionierende Integration gelegt werden.

Weil gerade die berufliche Integration so wichtig ist, so Kirsten Stremlau, beschäftigt sich beim Migrationsnetzwerk Schwentinental ein spezieller Arbeitskreis intensiv mit dem Thema Arbeit und Ausbildung. Unter der Leitung von Holger Malterer werden Flüchtlinge beraten und Kontakte zu Arbeitgebern und Weiterbildungsträgern vermittelt. Auf Initiative von Holger Malterer fanden auch die Informationsabende zum Thema Ausbildung in der Altenpflege sowie „Schnuppertage“ in der Altenpflegeschule der AWO in Preetz statt, die nun zu diesem schönen Erfolg geführt haben.

Volker Sindt

Migrationsnetzwerk Schwentinental

Stadt Schwentinental

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